Von einem Methusalem, der auszog, um das Leben noch einmal zu genießen
Vor etwa 16 Jahren wurde ich auf der schönen Insel Kreta geboren.
Ob mein Leben entbehrungsreich war, kann ich nicht sagen – ich kannte es ja nicht anders.
Irgendwann begann ich, die Straße von meinem Schrottplatz aus hinaufzuwandern. Es zog mich immer wieder zu diesem Ort mit den vielen Hunden. War es Schicksal? Eingebung? Ich weiß es nicht.
Nach unzähligen Besuchen haben mich die Mädels dann schließlich doch eingelassen. Ich dachte: „Jawoll, endlich bin ich zu Hause!“ 🥰
Vermisst hat mich niemand. Mein Besitzer wohl nicht – ich denke, wir beide hatten miteinander abgeschlossen.
Dann kam der Adventskalender des Souda Shelters.
Ich war Türchen Nummer 4.
Und innerhalb von 15 Tagen nahm mein Leben eine Wendung, mit der niemand gerechnet hätte. Mein neuer Papa und meine neue Mama sahen mich.
Ihre Mission: alten Seelen wie mir im letzten Lebensabschnitt Schutz, Geborgenheit und 24/7-Rundum-Betreuung zu geben.
Schnell war ihnen klar: Mit meinen stolzen 16 Jahren bleibt wohl nicht mehr viel Zeit.
Und gestern Nacht bin ich angekommen. Ich weiß nicht, was mich erwartet. Ich verstehe die Sprache nicht. Und das hier? Ist (noch) nicht mein Zuhause.
Aber sie sagen, ich darf bleiben – bis zum Schluss.
Sie werden für mich da sein, meine Pfote halten, wenn es so weit ist.
Okay – wir Hunde sind pragmatisch. Ich kann’s ja eh nicht ändern. 😉
Also mach ich das Beste draus: Ich genieße das selbstgekochte Futter, lass mich medizinisch versorgen und nehme die Herausforderung an.
Vielleicht überzeugt mich dieses Haus (psst – ich weiß gar nicht, was ein Haus ist), dass es doch mein Zuhause werden kann.
Jetzt kuschle ich mich erstmal ein, satt, sicher, versorgt. Und ich mach mir keine Sorgen. Denn meine Geschichte ist eine, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann.
Euer Joseph ♥️
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